Häufige Fragen (FAQ) Themen

FAQ „Pille danach“

Es gibt zwei unterschiedliche Varianten der „Pille danach“: eine mit dem Wirkstoff Levonorgestrel und eine mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat.

Levonorgestrel (z.B. PiDaNA®): ist ein Gestagen und bewirkt eine Verzögerung, ggf. Unterdrückung des Anstiegs von LH (luteinisierendes Hormon). Dieses Hormon löst den Eisprung aus. Die verhütenden Wirkung besteht also nur vor dem Eisprung!

Ulipristalacetat (z.B. ellaOne®): ist ein selektiver Progesteron-Rezeptormodulator und bewirkt ebenfalls eine Verzögerung der Eisprungs. Auch hier ist die verhütenden Wirkung nur bei Einnahme vor dem Eisprung gegeben!

Nach aktuellem Wissensstand ist die „Pille danach“ mit Ulipristalacetat effektiver in Hinblick auf die Vemeidung einer ungewollten Schwangerschaft. Auch bei übergewichtigen Frauen (ab BMI 30) ist diese Pille wirkungsvoller.

FAQ „Pille danach“:

  • Bis wann nach dem ungeschützen Verkehr kann die „Pille danach“ eingenommen werden?
    Die Levonorgestrel-Pille kann bis zu 72 Stunden (3 Tage) nach dem Verkehr genommen werden, die Ulipristalacetat-Pille bis zu 120 Stunden (5 Tage) danach. Bei beiden Pillen gilt: je früher, desto effektiver!
  • Wann kann nach der Einnahme der „Pille danach“ mit einer dauerhaften hormonellen Verhütung begonnen werden?
    Bei der Levonorgestrel-Pille kann sofort mit der anderen hormonellen Verhütung, z.B. Mikro- oder Minipille, begonnen werden. Es sollte zusätzlich für 7 Tage mit einer Barrieremethode verhütet werden.
    Bei der Ulipristalacetat-Pille sollte erst nach 5 Tagen mit einer anderen hormonellen Verhütung begonnen werden! Denn das Ulipristalacetat kann in Kombination mit einer Mikro- oder Minipille höhere Eisprungraten verursachen. In den ersten 14 Tagen nach Beginn der hormonellen Verhütung sollte deshalb auch eine Barriere-Methode zusätzlich angewendet werden.
  • Wie sicher ist die „Pille danach“ bei Übergewicht?
    Die Levonorgestrel-Pille hat ab einem BMI (= Body Mass Index) von 25 eine reduzierte Wirkung, die Ulipristalacetat-Pille ab BMI 30. Trotzdem dürfen beide Arten von Pillen auch bei übergewichtigen Frauen eingesetzt weden, man sollte aber um die geringere Effektivität wissen. Ggf. ist hier eine „Spirale danach“ (Kupferspirale) zu erwägen.
  • Welche Wechselwirkungen zu anderen Medikamenten kann es geben?
    Bei beiden „Pillen danach“ kann es durch Johanneskraut, Antiepileptika (z.B. Carbamazepin, Phenobarbital), Pilzmittel (z.B. Griseofulvin), Tuberkulose-Medikamente (z.B. Rifampicin) und HIV-Medikamente (z.B. Ritonavir) eine Reduktion der Wirkung geben. Bei der Ulipristalacetat-Pille können auch Medikamente, die den pH-Wert im Magen neutralisieren („Magen-Mittel“, wie Antazida, H2-Antagonisten und Protonenpumpen-Blocker) die Effektivität der Pille verringern.
  • Kann man die „Pille danach“ in der Stillzeit nehmen?
    Grundsätzlich ja, aber hier gilt es Folgendes zu beachten: Bei der Levonorgestrel-Pille sollte man direkt vor der Einnahme Stillen und dann nach Möglichkeit erst wieder 8 Stunden später. Für die Ulipristalacetat-Pille gibt es wenig Daten, zum Teil wird tatsächlich ein Verwerfen der Milch für mehrere Tage empfohlen, obwohl bislang keine negativen Effekte bekannt sind.
  • Welche Nebenwirkungen können auftreten?
    Bei beiden Pillen sind Übelkeit und Erbrechen, Kopf- und Bauchschmerzen, Müdigkeit und Schwindel möglich. Diese Beschwerden hören zumeist spätestens 24 Stunden nach der Einnahme wieder auf.
  • Kann sich der Zyklus durch die „Pille danach“ verschieben?
    Ja, die Regelblutung kann etwas früher auftreten, auch sind Zwischenblutungen möglich. Sollte die Regelblutung zum erwarteten Zeitpunkt nicht auftreten, muss ein Schwangerschaftstest gemacht werden!
  • Bezahlt die Krankenkasse die „Pille danach“?
    Bei gesetzlich versicherten Frauen wird die „Pille danach“ bis zum Tag vor dem 22. Geburtstag gezahlt. Allerdings muss die Frau dann in der Apotheke ein entsprechendes Rezept vorlegen. Dies erfordert die zeitnahe Vorstellung in einer gynäkologischen Praxis zur Verschreibung. Einige Apotheken erstatten jungen Frauen im Nachhinein die Kosten, wenn ein Kassen-Rezept vorliegt.

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Hier die Übersichten über die verschiedenen Verhütungsmethoden und die hormonfreie Verhütung.


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